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6 reinigende Wurzeln für dein Frühlingsdetox

März 1, 2025 Eva Maack

Das Frühjahr steht im Ayurveda nicht nur mit Neubeginn, sondern auch mit dem Freiwerden von Altlasten in Verbindung. Diese zeigen sich dann in Form erhöhter Schleimbildung, durch Infekte, Allergien und Trägheit. Der März gilt hier als klassische Schwellenzeit (sandhi ritu), die den Übergang von der kalten in die warme Zeit des Jahres markiert. Deswegen gibt es in allen Kulturen im Frühjahr eine klassische Fastenzeit von vier bis sechs Wochen, um den Organismus zu reinigen.

Starte mit leichtem Gepäck in den Frühling

Im Ayurveda wollen wir uns jetzt vor allem von zuviel Schleim (kapha) und Stoffwechseltoxinen (ama) reinigen, um mit leichterem Gepäck in die warme Jahreszeit zu starten. Kleiner Tipp nebenbei: Je konstitutionsgerechter Du übrigens im Winter lebst, desto weniger Probleme wirst Du im Frühling mit Allergien und Trägheit haben. Und: je regelmäßiger Du im Frühling eine Detox-Phase einbaust, desto mehr wird sich das langfristig auf Deine Gesundheit auswirken. Das vielgepriesene heiße Wasser kann jetzt mit heilkräftigen Wurzeln angereichert werden, um Schleim und Gifte auszuleiten, den Stoffwechsel ankurbeln und die Leber zu entgiften. Im Folgenden möchte ich Dir sechs heilkräftige Wurzeln vorstellen, die Du in Dein diesjähriges Frühlingsdetox einbauen kannst.

Kalmuswurzel (Vacha)

Foto CANVA

Die ursprünglich aus Asien stammende Sumpfpflanze Kalmus (lat. Acorus calamus) wird seit Ende des 16. Jahrhunderts auch in Europa als Magen-Darm-und Rheuma-Mittel kultiviert. Sie schmeckt scharf-bitter und hat laut Ayurveda eine erhitzende, Schleim ausleitende und antiallergische Wirkung. Sie senkt Vata und Kapha, reinigt die Kopfhöhlen und hilft gut bei Verdauungsstörungen. Sie wird im Ayurveda bei Gedächtnisstörungen, Vergesslichkeit und Sprachstörungen eingesetzt.

Du kannst Dir ayurvedisches Kalmuswurzelpulver besorgen, dieses mit etwas Sesamöl vermengen und damit Pulvermassagen durchführen, um den Gewebestoffwechsel anzuregen. Für einen Tee überbrühe Dir einen Esslöffel geschnittene Kalmuswurzel mit 250ml kochendem Wasser und lasse den Tee zugedeckt 15 Minuten ziehen. Trinke ihn 2-3x täglich jeweils 30 Minuten vor dem Essen. Nutze Kalmuswurzel temporär, um chronische Schleimansammlungen im HNO-Bereich zu beseitigen. Verwende Kalmuswurzel pur nicht länger als 3 Monate.

Alantwurzel (Pushkaramul)

Foto CANVA

Alant (lat. Inulum helenium) ist wie die Kalmuswurzel eine Sumpfpflanze, deren Wurzel uns dabei hilft, unseren Körper zu entsumpfen und zu entschleimen. Sie verfügt über bittere, erhitzende und scharfe Eigenschaften und wird im Ayurveda traditionell bei Kapha-Störungen wie Bronchitis und Asthma verwendet. Sie fördert die Lungengesundheit und eine verbesserte Atmung. Darüberhinaus wirkt Alantwurzel entwässernd und verdauungsanregend.

Pushkaramul ist in ayurvedischen Hustenmitteln enthalten, kann aber auch hier in der Apotheke als Einzelkraut bezogen werden. Man nehme 1 EL Alantwurzel auf 250ml kochendes Wasser und lasse das Ganze 20 Minuten ziehen. 2-3x täglich eine Tasse 1/2 Stunde vor dem Essen reduziert den Schleim. Auch hier gilt: Wende die Wurzel nicht länger als maximal 3 Monate an. Bei starken Verschleimungen kannst Du sie gut mit Kardamom kombinieren.

Ingwerwurzel (Ardraka / Shunti)

Foto Canva

Ingwer (lat. Zingiber officinalis) ist neben Kurkuma die bekannteste Wurzel des Ayurveda und gleichzeitig beliebtes Gewürz in asiatischen Speisen. Ingwer bringt eine Menge Schärfe und ätherische Öle mit, die antibakteriell, antiviral und schleimlösend wirken. Daneben hat die Ingwerwurzel schmerzstillende, entzündungshemmende und stark reinigende Qualitäten. Sie ist in der Lage neben Schleim auch Stoffwechseltoxine aus dem Körper auszuleiten.

Möchtest Du Vata-Störungen wie ständigem Frieren, Schmerzen und Appetitmangel begegnen, dann nimm ein Stück frische Ingwerwurzel (ardraka) und koche sie für 5-10 Minuten in 250ml Wasser. Leidest Du unter kapha-Störungen wie starker Trägheit, Gewichtszunahme, träger Verdauung und ständiger Verschleimung, dann verwende 1 TL getrocknete Ingwerwurzel (Shunti) auf 250ml kochendes Wasser. Das ist schärfer und wirkt noch entgiftender. Nicht anwenden, wenn Du unter Entzündungen & Magengeschwüren leidest.

Wegwartenwurzel (Kasani)

Wegwarte.jpg

Foto: Eva Maack

Die blaue Wegwarte (lat. Cichoria intybus) gehört zur Familie der Korbblütler und ist eine wichtige Bitterstoffpflanze in der europäischen Pflanzenheilkunde.  Sie hat einen Bezug zum lymphatischen System und vertreibt Schleim. Im Ayurveda senkt sie alle drei doshas, da sie antientzündlich, schleimlösend und beruhigend wirkt. Wir kennen geröstete Wegwartenwurzel auch als Zichorienkaffee, der als Kaffee-Ersatz verwendet wird.

Während einer Detoxkur eignet sich Tee aus Wegwartenwurzel zur agni-Anregung bei Appetitlosigkeit, Verstopfung und Magenverschleimung  mit gleichzeitiger beruhigender und sedativer Wirkung bei Schlaflosigkeit, Nervenschwäche und allgemeiner Erschöpfung. Man nehme 1 EL Wurzel auf 250ml kochendes Wasser, lasse das Ganze 15 min. ziehen und trinke es 3x täglich vor dem Essen.

Kurkumawurzel (Haridra)

Foto: CANVA

Die gelbe Kurkumawurzel (lat. Curcuma longa) mit ihren antioxidativen, antiantzündlichen und antidepressiven Eigenschaften ist wohl die am besten untersuchteste Wurzel des Ayurveda. Sie gilt als Gesundheitselixier gegen die verschiedensten Erkrankungen, reinigt Leber und Haut und untersützt das Immunsystem. Neben dem getrockneten Pulver gibt es auch ayurvedische Kurkumatabletten sowie westliche Standardpräparate.

Du kannst Kurkuma folgendermaßen einnehmen: 3x tgl. 1 TL Kurkumapulver mt einer Prise schwarzem Pfeffer und heißem Wasser. Beliebt ist auch die Golden Milk, wo du biologische Kuh- oder Pflanzenmilch mit 1/2 TL Kurkuma, 1/4 TL Kardamom und 1/4 TL Zimt erwärmst und das Ganze mit etwas Honig trinkst. Ansonsten beachte einfach die Packungsbeilage von Kurkumapräparaten.

Löwenzahnwurzel (Dugdhapheni)

Foto CANVA

Löwenzahn (lat. Taraxacum officinalis) ist wie auch der Alant oder die Wegwarte eine Wildblume aus der Familie der Korbblütlergewächse, die uns sehr gut beim Entschlacken helfen kann. So regt Löwenzahnwurzel mit ihren Bitterstoffen die Sekretion von Gallensaft und Magensäure an, was bei Appetitlosigkeit, Völlegefühl und Blähungen hilft. Sie leitet Körpertoxine aus, reinigt Leber, Darm, Niere und Haut. Sie gilt durch ihre B-Vitamine, Vitamin A, Vitamin E, Eisen und Bitterstoffe als Stärkungsmittel und Blutaufbaupflanze.

Du kannst Löwenzahnwurzel als Tee trinken und hierfür eine Mischung aus Kraut und Wurzel in der Apotheke bestellen. Das nennt sich dann Radix cum Herba Taraxaci (Löwenzahnkraut mit Wurzel). Man gibt 1 EL getrocknetes Kraut auf 250ml kochendes Wasser, dann 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Löwenzahntee wird dreimal täglich 1/2 Stunde vor den Mahlzeiten getrunken. Etwas einfacher ist es, Löwenzahn als Tinktur zur verwenden. Diese gibt es ebenfalls in der Apotheke. Du verwendest dann 25 Tropfen auf ½ Glas warmes Wasser und nimmst es dreimal täglich nach dem Essen ein. Auch Löwenzahn-Frischpflanzensaft kann innerhalb von Fastenkuren getrunken werden.

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Eva Maack, Ayurvedamedizinerin M.SC. & Heilpraktikerin

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