Warum Ölziehen?

Die Mundölung gehört neben dem Zähneputzen, Zungeschaben und der Nasenölung zu den bekannten Elementen der ayurvedischen Morgenroutine, um Zahnfleisch, Sinnesorgane, Verdauung und Immunsystem gesund zu erhalten.

Die Mundgesundheit hat Auswirkungen auf unseren ganzen Körper.

So wird es gemacht

Die Mundölung, auch Ölziehen genannt, kann auf zwei verschiedene Weisen durchgeführt werden:

  1. Beim schnellen Ölziehen (kavala graha) werden morgens nüchtern nach dem Zähneputzen ca. 1 - 1,5 EL Öl für 5 Minuten im Mund hin und her bewegt. Danach wird das Öl in ein Küchenkrepp gespuckt & im Mülleinmer entsorgt um den Abfluss nicht zu verstopfen.

  2. Beim klassischen Ölziehen (gandusha) werden morgens nüchtern nach dem Zähneputzen bis zu 4 EL Öl in den Mund genommen und ohne Bewegung gehalten. Das Öl wird in ein Küchenkrepp gespuckt, wenn Tränen, Nasensekret oder zu viel Speichel fließen.

Das sagt Ayurveda

Ölziehen kann Teil der präventiven ayurvedischen Morgenroutine oder auch eine therapeutische Maßnahme im Rahmen eines ausgefeilten Therapiekonzeptes sein. Ausschlaggebend für die Wahl des richtigen Öls und für die Art der Durchführung ist der aktuelle Gesundheitszustand.

In der Regel wird die Mundölung mit Sesamöl durchgeführt, was das Vata-dosha beruhigt sowie Sinnesorgane, Nerven, Zähne & Zahnfleisch stärkt. Bei Entzündungen des Zahnfleisches (Parondontitis) werden zur Therapie antientzündliche Öle wie Kokosöl, Ghee oder medizinierte Öle verwendet. Bei starkem Mundgeruch und zähem Schleim kann auch Senföl angezeigt sein.

Energetische Aspekte

Der sanfte Druck und die Temperatur des Öls stimulieren beim klassischen Ölziehen die Nervenenden der Gaumenschleimhaut, die über Energiekanäle (Nadis) in enger Verbindung mit Sinnesorganen, Sprache, Gehirn und Lebensenergie (Prana) stehen. Der wichtige Energiepunkt Talu Marma am oberen Gaumen wird beim Ölziehen stimuliert, was zu geistiger Klarheit, verbessertem Hören, Sehen und Riechen sowie zu einer Harmonisierung des Energieflusses im Kopfbereich führt. Auch im Yoga wird dieser Punkt gezielt durch spezielle Übungen stimuliert.

Ausblick

Es ist mittlerweile bekannt, dass eine dysbalancierte Mundflora unser Darmmikrobiom nachteilig beeinflusst, was systemische Entzündungen und Arthroseschmerzen verschlimmern, aber auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes erhöhen kann. Verbessert sich die Mundgesundheit, kann sich auch eine systemische Entzündung verringern. Im Ayurveda ist Ölziehen ein klassisches Element der multimodalen Therapie beiVata bedingten (Arthrose)Schmerzen sowie bei pitta-bedingten Entzündungen im Mund- und Kopfbereich.

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